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20.02.2017 - Verbesserung für den Strahlenschutz im Bergwerk

Technische Voraussetzungen für die Verwertung von schwach belasteten Salzlösungen geschaffen
Nach dem erfolgreichen Abschluss eines Praxistestes kann die Asse-GmbH ab sofort schwach radioaktiv belastete Salzlösungen zur Betonherstellung einsetzen. Gesetzliche Grundlage bildet das „Lex Asse“, das diese Verbesserung der betrieblichen Abläufe ermöglicht hat. Der Beton ist nur zur Verwendung in tieferen Bereichen des Bergwerkes vorgesehen: Er dient der Stabilisierung unterhalb der Einlagerungskammern. Die im Beton gebundenen radioaktiven Stoffe können nicht aus dem Bergwerk treten.
Spezialbeton bindet radioaktive Stoffe
Die Salzlösungen, die verwendet werden sollen, enthalten die radioaktiven Stoffe Tritium und Cäsium. Beide Stoffe haben eine relativ kurze Halbwertszeit: Tritium von rund 12 Jahren, Cäsium von rund 30 Jahren. Der Beton bindet die Stoffe bis zum vollständigen Zerfall. Auch bei einem Wassereinbruch bzw. Notfall können die Stoffe nicht in das Grundwasser gelangen.
Der Baustoff wird in einer eigens dafür angeschafften Betonmischanlage hergestellt. Die Anlage verarbeitet täglich kleinere Betonmengen von wenigen Kubikmetern. Die Salzlösung, die in geringen Mengen beigemischt wird, enthält eine geringe Konzentration von radioaktiven Stoffen. Die Werte betragen derzeit maximal 20 Prozent des zulässigen Wertes gemäß Lex Asse.
Entlastung für den Weiterbetrieb der Schachtanlage
Bislang wurden die schwach belasteten Lösungen im Bergwerk zwischengelagert. Die neue Betonmischanlage ermöglicht nun die Verwertung dieser Lösung im Bergwerk selbst. Damit wird der Weiterbetrieb der Schachtanlage bis zur Rückholung der Abfälle maßgeblich erleichtert.
Neu konzipierte Betonmischanlage
Um die Lösungen verwerten zu können, mussten in den vergangenen Monaten erst die rechtlichen und technischen Voraussetzungen geschaffen werden. Für ein solches Verfahren gibt es weder Vorlagen noch entsprechend ausgerüstete Maschinen. Die neu konzipierte Betonmischanlage wurde in einem mehrwöchigen Testlauf mit unbelasteten Salzlösungen erprobt und die Mitarbeiter geschult. Der Betrieb der Betonmischanlage mit belasteten Salzlösungen findet unter Aufsicht des Strahlenschutzes statt.
Hintergrund: Salzlösungen im Bergwerk
Seit Ende der 1980er Jahre dringt mit Salz gesättigtes Wasser aus dem umliegenden Deckgebirge in die Schachtanlage Asse II ein. Die Gesamtmenge beträgt täglich zwischen 12 und 13 Kubikmeter. Der größte Teil der Menge wird oberhalb der Einlagerungskammern in 658 Meter Tiefe aufgefangen. Diese Lösung ist radioaktiv unbelastet. Ein sehr kleiner Teil der zutretenden Lösung sammelt sich in der Nähe der Einlagerungskammern an. Diese Lösungen sind zum Teil radioaktiv belastet und sollen künftig zur Betonherstellung verwendet werden, sofern sie nicht den gesetzlich zulässigen Wert überschreiten.

26.10.2016 - Testsprengungen für Asse-Bergungsschacht

Testsprengungen im Umfeld der Schachtanlage Asse

Mit kleineren Testsprengungen will die Asse-GmbH ab kommenden Sonnabend weitere Planungsgrundlagen für den Bau des geplanten Bergungsschachtes ermitteln. Bei den Sprengungen handelt es sich um Versuche mit geringen Sprengstoffmengen, die nur minimale Erschütterungen auslösen. Die Messdaten sind zum einen wichtig, um zu untersuchen, ob und wie sich der geplante Schacht 5 im Sprengverfahren bauen lässt. Zum anderen liefern die Messungen Daten darüber, wie und ob sich die Erschütterungen auf das Bergwerk auswirken. Der Schachtbau im konventionellen Sprengverfahren ermöglicht kürzere Bauzeiten und ist flexibler gegenüber sich ändernden Baugrundverhältnissen als andere Verfahren. Im Fall der Asse darf jedoch dadurch die Sicherheit des Bergwerkes nicht beeinträchtigt werden. Die Tests sollen dazu entsprechende Daten liefern.

Die Versuche werden parallel zu den laufenden Erkundungsarbeiten für Schacht 5 durchgeführt. Mit dem Schachtbau selbst kann erst dann begonnen werden, wenn die Erkundungsarbeiten abgeschlossen sind und eine Bewertung zur Eignung des Standortes vorliegt.

Ort der Testsprengungen

Für die Versuche wird unter anderem das Bohrloch genutzt, das bei der übertägigen Erkundung des geplanten Bergungsschachtes entstanden ist. Nur wenige Hundert Meter vom Gelände der Schachtanlage entfernt wurde dort zwischen 2013 und 2014 bis in 900 Meter Tiefe das Gestein untersucht. In unterschiedlichen Tiefenbereichen sollen kleinere Sprengstoffladungen gezündet werden. Das Waldgebiet rund um den Bohrplatz wird während der Testsprengungen in einem Umkreis von 100 Metern abgesperrt. Das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) hat die Versuche genehmigt. Im Anschluss an die Versuche soll das Bohrloch verfüllt werden.

Minimale Erschütterungen

Die verwendeten Sprengladungen haben nur eine sehr geringe Stärke. Die erzeugten Erschütterungen sind so gering, dass sie für die Anwohner in der Umgebung nicht zu hören und nicht zu spüren sein werden. Messstationen, die sich sowohl innerhalb des Bergwerkes als auch übertägig befinden, werden die Erschütterung erfassen. Die Geräte in der Schachtanlage Asse sind so sensibel, dass sie Erdbeben auf entfernten Kontinenten registrieren können.

20.05.2016 - Vorläufiger Bohrstopp bei der Faktenerhebung

Geologische und technische Schwierigkeiten haben zu einem vorläufigen Stopp der Bohrarbeiten zur Erkundung der Einlagerungskammer 7 geführt. Grund sind Risse und Klüfte im Salzgestein, die immer wieder auftreten, eine Herausforderung darstellen und Stabilisierungsmaßnahmen erfordern. Bei diesen Maßnahmen im Umfeld des Bohrloches ist Mörtel in das Innere des Bohrloches geflossen. Die zentrale Schutzvorrichtung des Bohrloches, der sogenannte Preventer, wurde dabei beschädigt. Die Bohrung war zu jedem Zeitpunkt dicht verschlossen, eine Fortsetzung der Bohrarbeiten ist jedoch erst möglich, wenn der Preventer wieder voll einsatzfähig ist. Reparaturarbeiten für das Bohrgestänge und die Sicherheitseinrichtungen laufen. Wie lange diese dauern, ist noch offen. Bei allen Arbeiten im Rahmen der Faktenerhebung müssen atomrechtliche Sicherheitsauflagen erfüllt sein, die eine zügige Umsetzung erschweren.

24.11.2015 - Behälterbeschädigung bei Transportarbeiten

Rund 600 Liter Salzlösung aus Sammelbehälter ausgelaufen

Ein Gabelstapler hat am Dienstag (24.11.2015) bei Transportarbeiten auf der 750-Meter-Ebene einen 1.000-Liter-Behälter mit Salzlösung beschädigt. Dabei sind rund 600 Liter der Lösung ausgelaufen. Bei diesem Ereignis wurde niemand verletzt oder radioaktiv kontaminiert. Eine Gefahr für Mensch und Umwelt bestand zu keinem Zeitpunkt, der Betrieb wurde ebenfalls nicht beeinträchtigt. Salzpulver wurde über die ausgelaufene Flüssigkeit gestreut, die Restflüssigkeit aus dem beschädigten Container abgepumpt und umgefüllt.

Bei der ausgelaufenen Flüssigkeit handelt es sich um Salzlösung, mit der Beton zur Stabilisierung im Bergwerk hergestellt wird. Sie stammt aus einer Fassungsstelle auf der 750-m-Ebene, auf der sich auch die meisten der Einlagerungskammern befinden. Das Bundesamt für Strahlenschutz hat sich selbst verpflichtet, Flüssigkeiten aus diesem Bereich des Bergwerkes unabhängig von einer möglichen Belastung mit radioaktiven Stoffen nicht nach über Tage abzugeben. Da Belastungen dieser Lösungen gering sind, können sie für Stabilisierungsmaßnahmen an dafür vorgesehenen Grubenbereichen im Bergwerk verwendet werden. Die ausgelaufene Salzlösung enthält geringe Spuren von Cäsium-137 und Tritium. Die gemessenen Konzentrationen dieser Stoffe liegen bei 50 Becquerel pro Liter für Cäsium und 8000 Becquerel pro Liter für Tritium. Sie liegen damit weit unterhalb der Freigrenzen laut Strahlenschutzverordnung.

Hinweis: Das Ereignis stellte zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr für Mensch und Umwelt dar oder beeinträchtigte den Betrieb. Laut Meldeordnung der Schachtanlage Asse ist dieser Vorfall als meldepflichtiges Ereignis einzustufen. Aus diesem Grund hat die Asse-GmbH im Sinne einer transparenten Öffentlichkeitsarbeit informiert.